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Designkonferenz Brandenburg 2018

Nun ist sie Geschichte – die Designkonferenz Brandenburg 2018, die die UVA Kommunikation und Medien GmbH im Auftrag des Ministeriums für Wirtschaft und Energie organisiert hatte. Und für alle Beteiligten ist sie angesichts des mündlich und schriftlich gegebenen Feedbacks eine positive Erinnerung, geknüpft an neue Impulse und Ideen, an hervorragende Referenten und interessante Gespräche.

Mit der Veranstaltung verbunden war das Ziel, die Wirtschaft und die Kreativszene miteinander zu vernetzen. Das ist gelungen, sogar räumlich. Während der vorabendliche Design-Salon am 28. Juni im „Kreativquartier“ Rechenzentrum Potsdam stattfand, trafen sich die Konferenzteilnehmer am Freitag, dem 29. Juni 2018, im Havelsaal der IHK. …

 

Der Auftakt: Design-Salon

Moderiert von Prof. Dr. Thomas Thiessen, Geschäftsführer der Brandenburger Agentur für Kultur und Kreativwirtschaft, diskutieren im Innenhof des Rechenzentrums Prof. Matthias Beyrow, FH Potsdam, Prof. Ulrich Weinberg, HPI School of Design Thinking, Dorothee Berger, Sanddorn Christine Berger, und Bernadette Wüchner, „Haus Brandenburg“, welche Impulse das Land Brandenburg für Ernährung und Lifestyle geben kann.

Die anwesenden etwa 50 Gäste hatten im Anschluss die Möglichkeit, an einer Führung durch das RZ teilzunehmen, begleitet von der Journalistin, Filmemacherin und Moderatorin Kristina Tschesch, die auch im RZ ansässig ist. Belohnt wurden Sie mit einem herrlichen Panoramablick über Potsdam von der ansonsten unzugänglichen Dachterrasse des Hauses.

Die Konferenz

Nach der Begrüßung und Einstimmung durch Andrea Peters, Geschäftsführerin des media:net berlinbrandenburg e.V., startete um 10 Uhr das Vortragsprogramm mit hochkarätigen internationalen und nationalen Referenten aus den Bereichen Produktdesign, Lifestyle, Ernährung und Nachhaltigkeit, die mit ihren Ideen die Zukunft unserer Ernährung und der Lebensweise revolutionieren wollen.

Den Auftakt machte Thomas Sevcik, Chef und Mitbegründer der kreativen Denkfabrik „Arthesia“ mit Sitz in Zürich und Los Angeles und Mastermind hinter der „Autostadt“ in Wolfsburg. Unter dem provokanten Vortragstitel „Fressen statt shoppen“ zeigte er eindrucksvoll, wieso Food das neue Einkaufen ist und dass dem Essen als Erlebnis im Zeitalter der Digitalisierung eine ganz neue Bedeutung zukommt. Neue Hybridformen – weg vom traditionellen Restaurant – setzen sich international immer weiter durch.

Mit Jonathan Edelman wurde dann ein weiterer visionärer Profi der internationalen Designerszene begrüßt. Edelman unterrichtet am Stanford Center for Design Research in Kalifornien und an der HPI Design School in Potsdam. Er begeisterte das Publikum, indem er klassische Design-Standards, die er anhand der Entwicklung vom Donnerkeil zur Axt erläuterte, auf die Weiterentwicklung einer Ikone des französischen Food-Marktes – der Brioche – anwandte. Die japanische Brioche ist beispielsweise quadratisch, um sie effektiver stapeln zu können. Er zeigte Experimente, aus Kaffee Kaviar, Rosinen und sogar Kontaktlinsen herzustellen – mutige Wege, neue Produkte zu kreieren.

Den Food-Activisten Hendrik Haase kennen viele aus seinen zahlreichen Aktionen, Büchern, Projekten, Performances und nicht zuletzt seiner Berliner Metzgerei Kumpel & Keule, mit denen er versucht neue Brücken zu schlagen – von der Produktion zum Konsum, vom Acker bis zum Teller. Sein Beitrag war ein temperamentvolles Plädoyer für bewussteres Essen und authentische Produkte. „Früher gingen Menschen gegen Kriege auf die Straße, heute wegen ihres Essens.“

Harald Steber ist an der FH Dortmund tätig und lehrt Entwurf. Zudem ist er Fachmann für Nachhaltigkeit und beleuchtet die ökologischen Auswirkungen eines Produktes im ihrem gesamten Lebenszyklus. Seine Frage „Kann man das essen“ bezog er auf alternative Lebensmittel der Zukunft wie Insekten oder den afrikanischen Marama-Samen als möglichen Ersatz des Rapses und wurde mit einem eindeutigen JA beantwortet.

Dr.- Ing. Martin Senz von der Versuchs- und Lehranstalt für Brauerei in Berlin (VLB) e. V. gab Einblicke ganz anderer Art. Was werden wir in Zukunft trinken? Senz sprach aus Sicht der Biotechnologie und Mikrobiologie über „Funktionalität und Charisma für Getränke“.

Der Kreis schloß sich mit Frau Prof. Katrin Hinz von der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin. In ihrem Beitrag „Mit Leib und Seele – Essen und seine Verpackung“ sprach sie über den Konflikt, zwischen Bequemlichkeit und Verschwendung entscheiden zu müssen, wenn es eigentlich um Genuss gehen soll, und demonstrierte eindrucksvolle Beispiele, wie Verpackung nachhaltig gestaltet und produziert werden kann.

Essen und Vernetzen

Bereits nach dem ersten Vortrag war angesichts der vielen anregenden Lebensmittelfotos ein kollektives Magengrummeln zu hören. Zum Glück sah das Veranstaltungskonzept nach jedem Vortrag einen Gang zum Buffet vor, was dankbar angenommen wurde.

Das Angebot des Matchmakings, für das zwischen den Vortragspausen viel Zeit vorgesehen war, wurde gut angenommen, wenn auch der Zeitplan etwas durcheinandergeriet, weil die Frage-Antwort-Runden mit den Referenten sehr intensiv genutzt wurden.

 

 

www.designkonferenz-brandenburg.de